Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Blumenthal
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Das Grußwort aus unserem aktuellen Gemeindebrief:

„Strahlen brechen viele aus …“

so, liebe Gemeindeglieder, beginnt das Lied, das wir im Monat März in jedem Gottesdienst singen werden (näheres dazu auf Seite ??). Es geht in diesem Lied um die weltweite Gemeinschaft der Glaubenden: „Strahlen brechen viele aus einem Licht. Unser Licht heißt Christus“ – Dieses Lied erinnert uns daran, dass die Art und Weise wie wir an Gott glauben und unseren Glauben leben nicht die einzig mögliche auf dieser Welt ist. Es gibt unzählig viele verschiedene Religionen und Glaubensrichtungen, Formen von Frömmigkeit und Glaubenspraxis. Wir sind verbunden durch den glauben mit unzählbar vielen Menschen auf dieser Erde.

Der Anfang des Liedes erinnerte mich aber auch an etwas ganz anderes: „Strahlen brechen viele aus“ - vor genau einem Jahr – am 11.März ist etwas geschehen, was die Welt sehr verändert hat. Damals im März und April letzten Jahres gab es keine Nachrichtensendung, in der nicht aus Japan von den Kernkraftwerken in Fukushima berichtet wurde.

Manche haben damals gesagt: Ich mag das gar nicht mehr sehen. Das ist so furchtbar, was da in Japan geschieht; ich versuche, einfach nicht daran zu denken. Doch unsere Verantwortung als Menschen verbietet es uns, die Augen zu verschließen. So werden uns auch die Folgen von Fukushima über lange Zeit beschäftigen. Menschen, die an den Folgen der Katastrophe leiden, verseuchte Landstriche, Umweltschäden, die noch lange nicht abzusehen sind.

Viele hier in Deutschland haben die Augen nicht verschlossen. Die Ereignisse in Japan haben gravierende politische Folgen bei uns gehabt. Die sogenannte „Energiewende“ wurde eingeläutet, es gibt eine neue Sensibilität für Fragen des Umweltschutzes – auch wenn vielen die Veränderungen nicht weit genug gehen. Es ist wichtig, die Erinnerung an die Atomkatastrophe und das Umweltbewusstsein wachzuhalten.

 

Doch zugleich weiß ich: Der Blick auf die Katastrophe kann mich auch lähmen. Ich sehe die Bilder im Fernsehen und fühle mich ohnmächtig. Der Blick zurück gibt keine Perspektive für das Leben.

In diesem Sinn verstehe ich das Wort Jesu, das der Wochenspruch der mit dem 11.März beginnenden Woche ist: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Jesus nimmt hier ein Bild aus der Landwirtschaft auf, das heute genauso gilt wie vor 2.000 Jahren. Es ist nämlich egal, ob man einen Pflug hinter einen Esel spannt oder einen modernen Hochleistungstraktor: Die Furchen, die man zieht, werden schief und krumm, wenn man nicht nach vorne blickt. Nur wenn man ein klares Ziel im Blick hat, wird man gerade Furchen ziehen können. Nicht anders wird es mit unserem Leben sein, sagt Jesus. Wer gebannt auf die Vergangenheit und die Probleme starrt, der findet keine klare Linie. Wenn wir uns nach Gottes Reich ausrichten, dann gewinnt unser Leben Perspektive.

Das heißt nun freilich nicht, dass wir die Augen vor Fukushima und den Folgen verschließen sollen. Doch mit dem Blick nach vorn gewinnt unser Erinnern und Gedenken eine Perspektive: Gott will das Heil für diese Welt. Und wenn wir unseren Weg von seinem Lircht bescheinen lassen und sein Reich und seinen Willen für diese Welt im Blick haben, dann können wir auch tun, was dem Frieden, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung dient.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

– im Namen des Kirchenrates und der Mitarbeiter/innen

Ihr

Ulrich Klein, Pastor

Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal  | buero.blumenthal-farge@kirche-bremen.de